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Wolfgang Feindt woran starb er – Todesursache & was bekannt ist

Er formte fast drei Jahrzehnte lang das ZDF-Krimi-Programm, stand aber nie selbst im Rampenlicht. Am 27. September 2024 starb Wolfgang Feindt mit 60 Jahren. Zur Todesursache gibt es bis heute keine offizielle Aussage.

Wolfgang Feindt — Zur Person

Geboren10. Mai 1964, Mönchengladbach
Gestorben27. September 2024, im Alter von 60 Jahren
BerufZDF-Redakteur, Executive Producer, Filmproduzent
AusbildungTheaterwissenschaft (Uni Gießen), Kulturmanagement (HfMT Hamburg)
Beim ZDFSeit 1996, rund 28 Jahre
TodesursacheNicht öffentlich bekannt gegeben

Seinen Tod machte keine Pressemitteilung des ZDF publik, kein Sender-Nachruf, keine offizielle Erklärung. Es war eine Traueranzeige in der Süddeutschen Zeitung vom 2. November 2024, die Wolfgang Feindts Tod öffentlich festhielt. Das Datum: 27. September 2024. Mehr stand dort nicht.

Genau dieser Mangel an Information hat seither dazu geführt, dass zahlreiche Websites eine Todesursache behaupten, die nirgendwo belegt ist.

Im Netz kursieren Behauptungen, Feindt sei an einem Herzstillstand gestorben. Diese Angaben lassen sich auf keine einzige journalistische Quelle zurückführen. Weder das ZDF noch die Familie haben sich je dazu geäußert. Wer diese Angaben verbreitet, spekuliert, und das sollte man beim Lesen wissen.

Woran starb Wolfgang Feindt? Der aktuelle Stand

Die Antwort ist eindeutig, auch wenn sie unbefriedigend klingt: Die Todesursache von Wolfgang Feindt ist nicht öffentlich bekannt. Weder das ZDF noch Branchenmedien noch Nachrichtenagenturen haben eine solche Angabe verifiziert oder gemeldet. Die Traueranzeige in der Süddeutschen Zeitung ist die einzige belastbare Quelle zum Todesdatum. Sie enthält keine Todesursache.

Auch Wikipedia, das Feindts Eintrag auf eben diese Anzeige stützt, nennt keine. Die Familie hat entschieden, diese Information nicht zu teilen. Das ist ihr gutes Recht, und daran ändert kein Spekulationsartikel etwas.

Wer war Wolfgang Feindt?

Feindt war kein Name, den das Publikum kannte. Er saß nicht im Talkshow-Sessel und gab keine Interviews über seine Arbeit. Er war Redakteur und Produzent, der Mann hinter der Kamera, der entschied, welche Stoffe ins ZDF-Programm kamen.

Geboren 1964 in Mönchengladbach, studierte er Theaterwissenschaft an der Justus-Liebig-Universität Gießen und danach Kulturmanagement an der Hochschule für Musik und Theater Hamburg. Ab 1996 war er beim ZDF. Was als Redakteursstelle begann, wurde zu einer fast drei Jahrzehnte langen Karriere, die das deutsche Fernseh-Krimi-Programm in seiner heutigen Form mitbegründete.

28 Jahre ZDF: Feindts Karriere in Stationen

Sein Schwerpunkt lag auf deutschen Reihen und internationalen Koproduktionen, besonders mit nordeuropäischen Produktionshäusern. Die Serien, die er betreute, gehören zu den meistdiskutierten Krimis der deutschen Fernsehgeschichte.

1996

Einstieg beim ZDF als Redakteur. Beginn der Arbeit an deutschen Fernsehserien und ersten Koproduktionsprojekten.

1998

Lisa Falk — Eine Frau für alle Fälle: Eine der frühen Produktionen unter Feindts redaktioneller Begleitung.

2006 – 2007

Kommissar Beck — Die neuen Fälle (lief bis 2018) und Der Kommissar und das Meer (lief bis 2019): Beide skandinavischen Krimireihen wurden zu Dauerpräsenzen im ZDF-Programm.

2009

Stieg-Larsson-Millennium-Verfilmungen (VerdammnisVergebung): Beide Produktionen wurden mit dem International Emmy Award ausgezeichnet. Im selben Jahr starteten Kommissarin Lund — Das Verbrechen (ebenfalls Emmy-prämiert, lief bis 2012) sowie Marie Brand, die bis ins letzte Arbeitsjahr 2024 lief.

2010 – 2012

Nordlicht — Mörder ohne ReueSpuren des Bösen (bis 2021), Arne Dahl und Die Brücke — Transit in den Tod (bis 2018): Der Schwerpunkt auf nordeuropäischen Qualitätsstoffen festigte sich in dieser Phase.

2011 – 2020

Kommissarin Lucas lief bis 2020 unter Feindts redaktioneller Arbeit. Dazu kamen Schändung (2014) und Springflut (2016 bis 2018).

2019 – 2023

Countdown CopenhagenTod von FreundenTrapped — Gefangen in IslandLandkrimiVienna BloodThe Chelsea DetectiveKabul und Weiss & Morales: Feindt erweiterte seinen Fokus zunehmend auf internationale Koproduktionen über den skandinavischen Raum hinaus.

2024

Letztes Arbeitsjahr. Dan Sommerdahl und Marie Brand liefen noch unter seiner Begleitung. Am 27. September 2024 starb Wolfgang Feindt in seinem 60. Lebensjahr.



Wolfgang Feindt, woran er starb, hat er nicht der Öffentlichkeit überlassen. Was er ihr hinterlassen hat, ist ein Programm von Rang. Fast drei Jahrzehnte, zwei International Emmy Awards, und eine Liste an Serien, die das deutsche Fernsehen nachhaltig verändert haben. Das ist, was von ihm bleibt.

Kathrin Biermann
Kathrin Biermannhttps://derteilnehmer.de/
Kathrin Biermann ist leitende Redakteurin und Mitgründerin von DerTeilnehmer. Seit mehr als acht Jahren berichtet sie über Themen aus Gesellschaft, Kultur, Technologie und internationaler Politik. Ihre journalistische Laufbahn führte sie durch verschiedene Redaktionen, bevor sie gemeinsam mit Ursula Waechter DerTeilnehmer gründete — mit dem Ziel, Nachrichten zu liefern, die informieren statt verwirren. Kathrin ist bekannt für ihre gründliche Quellenarbeit und ihren klaren, schnörkellosen Schreibstil. Abseits der Redaktion verbringt sie ihre Zeit am liebsten mit Reisen und der Suche nach Geschichten, die noch niemand erzählt hat.

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