Wer heute nach Ralf Dammasch googelt, landet schnell bei Todesmeldungen. Dutzende Webseiten berichten vom angeblichen Ableben des VOX-Stars. Die Wahrheit sieht anders aus: Der Gärtner aus „Die Beet-Brüder“ renoviert gerade eine alte Fabrik in Jungingen und arbeitet weiter in Hamburg. Wie konnte sich diese Falschmeldung so massiv verbreiten?
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Ein lebender Mann mit vielen digitalen Nachrufen
Die Schwäbische Zeitung interviewte Ralf Dammasch im Januar 2026 auf seiner Baustelle. Gemeinsam mit Partnerin Sylvia Schiefer baut er eine Textilfabrik von 1890 zum Wohnhaus um. Das Projekt läuft seit 2024, die Arbeiten sind in vollem Gang.
Parallel dazu steht Dammasch weiterhin bei der Baumschule Garten von Ehren in Hamburg unter Vertrag. Seit Februar 2022 gehört er dort zum Team. VOX strahlt nach wie vor Folgen von „Die Beet-Brüder“ aus, neue Episoden gehen auf Sendung.
Trotzdem kursieren im Netz seit Monaten angebliche Traueranzeigen. Die Seiten heißen AktuellMag, BlogPositiv, FoxInsider, HeuteBerlin oder DasNews. Alle behaupten, Dammasch sei verstorben. Keiner dieser Berichte nennt konkrete Quellen.
Widersprüche über Widersprüche
Die erfundenen Nachrufe widersprechen sich gegenseitig. Manche sprechen von „August 2023“, andere von „Anfang 2025“. Nirgendwo tauchen Details zur Todesursache auf, nirgendwo Angaben zu Beerdigung oder Trauerfeier.
Was in seriösen Nachrufen steht:
- Exaktes Todesdatum
- Bestätigung durch Familie oder Arbeitgeber
- Informationen zur Trauerfeier
- Statements von Produktionsfirmen
- Berichte in etablierten Tageszeitungen
Bei Dammasch fehlt all das komplett. VOX hat nie eine Stellungnahme veröffentlicht. Wikipedia führt ihn ohne Sterbedatum. Die Schwäbische Zeitung berichtete mehrfach über sein Renovierungsprojekt, zuletzt im Januar 2026.
Die Anatomie einer Fake-Nachricht
Die falschen Todesmeldungen folgen einem Muster. Die Texte klingen ähnlich, nutzen vage Formulierungen und verzichten auf nachprüfbare Fakten. Stattdessen stapeln sich allgemeine Aussagen über Dammasch‘ Karriere.
Diese Content-Farmen produzieren täglich hunderte Artikel. Algorithmen generieren Texte zu häufig gesuchten Begriffen. „Ralf Dammasch Traueranzeige“ wird oft eingegeben, also erstellen die Systeme passende Inhalte. Ob diese der Wahrheit entsprechen, interessiert nicht.
Promipool berichtete im Oktober 2025 über Dammasch‘ aktuelle Arbeit. Die Schwäbische Zeitung war im März und April 2025 vor Ort in Jungingen. Alle Berichte zeigen einen aktiven Mann mit konkreten Plänen. Kein seriöses Medium hat je seinen Tod gemeldet.
Die Verwechslung mit Ralf Ender
Im Oktober 2023 starb tatsächlich ein TV-Gärtner von VOX: Ralf „Ralle“ Ender aus „Ab ins Beet!“. Sein Tod wurde offiziell bestätigt, VOX sendete Nachrufe, Zeitungen berichteten ausführlich.
Die Namensähnlichkeit könnte Verwirrung gestiftet haben. Beide heißen Ralf, beide arbeiteten für VOX-Gartenformate. Content-Farmen haben diese Überschneidung möglicherweise aufgegriffen und daraus Material über den falschen Ralf produziert.
Was Dammasch wirklich macht
2023 verließ Dammasch den Reidelhof, seinen langjährigen Wohnsitz. Seitdem konzentriert er sich auf die Textilfabrik in Jungingen. Das Gebäude behält seinen industriellen Charakter, wird aber bewohnbar gemacht.
Die Schwäbische Zeitung dokumentierte den Umbau über Monate. Reporter besuchten die Baustelle, sprachen mit Dammasch und Schiefer. Solche Langzeitprojekte plant kein Toter.
Bei Garten von Ehren in Hamburg gehört Dammasch weiter zum festen Personal. Die Baumschule bestätigt seine Anstellung seit Februar 2022. Auch hier kein Hinweis auf einen Abschied.
Medienkompetenz als Schutz
Die massenhafte Verbreitung falscher Todesnachrichten zeigt ein größeres Problem. Suchmaschinen listen Content-Farmen genauso wie seriöse Quellen. Wer nicht genau hinschaut, glaubt die erste Überschrift.
Checkliste für echte Nachrufe:
- Steht der Bericht in einer bekannten Zeitung?
- Gibt es ein Statement vom Arbeitgeber?
- Wird ein konkretes Datum genannt?
- Bestätigt die Familie den Tod?
- Berichten mehrere unabhängige Medien?
Bei Dammasch lautet jede Antwort: Nein. Nur Spam-Seiten behaupten seinen Tod, etablierte Medien widerlegen ihn durch aktuelle Berichterstattung.
Der Mann arbeitet, das Netz trauert
Ralf Dammasch renoviert eine Fabrik, pflegt Bäume in Hamburg und dreht für VOX. Gleichzeitig existieren hunderte Webseiten, die seinen Tod verkünden. Diese Diskrepanz offenbart, wie wenig Wahrheit im digitalen Zeitalter zählt, wenn Klicks wichtiger sind als Fakten.
Wer nach einer Ralf Dammasch Traueranzeige sucht, findet nur Erfindungen. Die Realität steht in der Schwäbischen Zeitung, auf der VOX-Webseite und in den Personalakten von Garten von Ehren. Dort ist Dammasch quicklebendig verzeichnet.

