Während seine Mutter auf deutschen Bühnen und Bildschirmen Millionen zum Lachen brachte, verbrachte Pau Schweins seine Kindheit auf den Feldern Mallorcas. Sein Leben erzählt eine Geschichte, die das Gegenteil von Glamour ist.
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Der Junge von der Finca
Pau kam 2008 zur Welt. Seine Mutter Esther Schweins hatte zu diesem Zeitpunkt bereits zwei Jahrzehnte Showgeschäft hinter sich. Sein Vater Lorenzo Mayol Quetlas bewirtschaftete eine Finca auf Mallorca und hatte mit der deutschen Fernsehwelt nichts am Hut.
Die beiden hatten sich 2006 kennengelernt. Esther war damals auf dem Höhepunkt ihrer Karriere, mit einer Wohnung in Berlin und regelmäßigen Rollen in deutschen Produktionen. Lorenzo lebte das Leben eines mallorquinischen Landwirts, verwurzelt in der Erde seiner Heimat.
2008 zog Esther mit Pau und seiner älteren Schwester Mina Stella Said, geboren 2007, dauerhaft auf die Insel. Deutschland blieb Arbeitsort. Mallorca wurde Zuhause.
September 2017
An einem Tag im September 2017 starb Lorenzo Mayol Quetlas. Darmkrebs. Er wurde 53 Jahre alt.
Pau war neun.
Esther sprach später in Interviews darüber, wie sie ihren Kindern den Tod ihres Vaters erklärte. Keine Märchen, keine Beschönigungen. Sie redete offen mit ihnen über das Sterben, über Verlust, über die Realität.
Die Grabstätte trägt das Datum 15. September 2017. Manche deutsche Medien berichteten später fälschlicherweise von 2018 oder 2019. Die Fakten sind eindeutig.
Zwischen Shrek und Stille
Wer Esther Schweins kennt, kennt meist ihre Stimme. Sie synchronisierte Prinzessin Fiona in allen deutschen Shrek-Filmen. Generationen von Kindern wuchsen mit ihrer Interpretation der grünen Prinzessin auf.
Ihre eigenen Kinder wuchsen anders auf.
Pau besuchte eine internationale Schule auf Mallorca. Zu Hause wurde Deutsch und Spanisch gesprochen. Die Familie lebte zurückgezogen, fernab von Premieren und Pressekonferenzen.
Was Pau von anderen Promikinder unterscheidet:
- Kein öffentliches Instagram
- Keine Paparazzi-Fotos
- Keine Interviews
- Keine Auftritte an der Seite seiner Mutter
Esther hielt ihre Kinder aus der Öffentlichkeit heraus. Konsequent.
Die Frau hinter der Karriere
Esther Schweins wurde am 18. April 1970 in Oberhausen geboren. Ihr Durchbruch kam 1993 mit „RTL Samstag Nacht“, der Comedy-Show, die das deutsche Fernsehen veränderte. Zusammen mit Olli Dittrich, Tommy Krappweis und anderen schuf sie Charaktere, die heute noch zitiert werden.
1994 gewann sie den Bambi und den Bayerischen Fernsehpreis. Sie war Mitte 20 und auf dem besten Weg nach ganz oben.
Dann kam 2004. Esther befand sich mit ihrer Mutter in Sri Lanka, als der Tsunami die Küste traf. Sie überlebten. Tausende andere nicht.
Wer Esther nach diesem Ereignis zuhörte, merkte die Veränderung. Die Prioritäten hatten sich verschoben.
Das normale Leben
Heute ist Pau etwa 17 Jahre alt. Er lebt mit seiner Mutter und seiner Schwester auf Mallorca. Was er nach der Schule plant, weiß niemand außerhalb der Familie.
Esther arbeitet weiter. Sie spielt in Serien wie „Die Kanzlei“ und „Blutige Anfänger“. Aber sie wählt ihre Projekte nach einem anderen Maßstab als früher. Zeit mit ihren Kindern steht an erster Stelle.
Die Schauspielerin pendelt zwischen Deutschland und Spanien. Drehtage in München, Berlin oder Hamburg. Dann zurück nach Mallorca, zurück zur Familie.
Pau wächst in zwei Kulturen auf. Deutsch ist die Sprache seiner Mutter, Spanisch die seines verstorbenen Vaters und seiner Heimat. Die internationale Schule gibt ihm eine dritte Perspektive dazu.
Niemand weiß, wer er ist
In Deutschland kennen viele Esther Schweins. Auf Mallorca ist Pau einfach ein Jugendlicher, der zur Schule geht.
Keine Kameras verfolgen ihn. Keine Reporter fragen nach Statements. Sein Leben gehört ihm selbst.
Seine Mutter hat das so gewollt. Nach Lorenzos Tod 2017 hätte sie ihre Karriere komplett aufgeben können. Stattdessen fand sie einen Weg, beides zu leben: Schauspielerin und Mutter. Aber die Kinder kamen zuerst.
Ein Leben ohne Scheinwerfer
Pau Schweins hat einen bekannten Namen, aber kein bekanntes Gesicht. Er ist 17, lebt auf Mallorca und hat einen Vater verloren, als er noch ein Kind war. Was daraus wird, entscheidet er selbst. Nicht die Kameras, nicht die Presse, nicht die Erwartungen an den Sohn einer Schauspielerin. Seine Mutter hat ihm das größte Geschenk gemacht, das Prominente ihren Kindern geben können: die Freiheit, unsichtbar zu sein.

