Samstag, 14, Februar, 2026

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Johanna Fortell: Warum Barbara Wussows Tochter privat bleibt

Während Mutter Barbara Wussow als Hoteldirektorin im „Traumschiff“ über die Weltmeere fährt und Bruder Nikolaus als Zauberkünstler die Bühnen erobert, bleibt Johanna Fortell unsichtbar. Keine Interviews, keine Auftritte, keine Social-Media-Profile. Die 21-Jährige hat sich bewusst gegen den Glanz der Scheinwerfer entschieden.

Geboren in eine Schauspieldynastie

Am 28. März 1961 kam Barbara Wussow in München zur Welt. Ihre Eltern, Klausjürgen Wussow und Ida Krottendorf, gehörten zum Ensemble des Wiener Burgtheaters. Als Barbara sechs Jahre alt war, zog die Familie nach Wien. Der Vater wurde zum Publikumsliebling der „Schwarzwaldklinik“, in der er von 1985 bis 1989 Professor Brinkmann spielte. Die Tochter stand ihm als Schwester Elke zur Seite.

1982 lernte Barbara Wussow bei einer Lesung in Salzburg den Schauspieler Albert Fortell kennen. Er war acht Jahre älter, hatte bereits Jura an der Universität Wien studiert und 1980 seinen Magister gemacht. Parallel absolvierte er seine Schauspielausbildung am Max Reinhardt Seminar. Die Beziehung scheiterte zunächst am Widerstand der Eltern. Zwei Jahre später trafen sich beide wieder. Der erste Kuss nach dem Wiener Opernball besiegelte die zweite Chance.

Am 26. Mai 1990 heirateten Barbara Wussow und Albert Fortell am Wörthersee. 2025 feierten sie ihren 35. Hochzeitstag.

Eine Familie zwischen Bühne und Privatleben

1998 kam Sohn Nikolaus zur Welt. Barbara Wussow war Ende dreißig. Sieben Jahre später, 2005, wurde Tochter Johanna geboren. Die Mutter war über vierzig. In einem Interview sagte Wussow später: „Heute würde ich die Hochzeitsnacht nutzen, statt sie zu verblödeln. Trotzdem würde ich jeder Frau empfehlen: Bekomm die Kinder mit 30. Man ist doch belastbarer als jüngere Frau.“

Während Nikolaus Fortell den Weg in die Öffentlichkeit wählte, schlug Johanna Fortell eine andere Richtung ein. Der Bruder machte sich als Zauberkünstler unter dem Namen „Nikolaus Fortelni“ einen Namen. 2018 gewann er den ersten Platz beim Vienna Magic Slam. Er trat sogar gemeinsam mit seiner Mutter auf dem „Traumschiff“ auf. Mit elf Jahren hatte er zu zaubern begonnen.

Der bewusste Rückzug

Johanna Fortell beendete ihre Schulausbildung mit der Matura, dem österreichischen Abitur. Das dürfte um 2023 gewesen sein. Über ihre weiteren Pläne ist nichts bekannt. Sie pflegt keine öffentlichen Social-Media-Kanäle. Sie gibt keine Interviews. Sie tritt nicht auf.

Diese Entscheidung ist bemerkenswert. Ihr Großvater Klausjürgen Wussow erhielt für jede Folge der „Schwarzwaldklinik“ rund 15.000 Euro Gage. Ihr Vater Albert Fortell schrieb Drehbücher und brachte sein Theaterstück „Kurzschluss“ gemeinsam mit Barbara Wussow über 200 Mal zur Aufführung. Die Mutter moderierte den österreichischen Fernsehpreis „Romy“ und spielt seit 2018 in einer der erfolgreichsten deutschen TV-Serien mit.

Was die Familie ausmacht:

  • Großvater Klausjürgen Wussow (1929-2007): Burgschauspieler, TV-Ikone
  • Großmutter Ida Krottendorf: Burgschauspielerin
  • Onkel Alexander Wussow: Schauspieler
  • Vater Albert Fortell: Jurist, Schauspieler, Drehbuchautor
  • Mutter Barbara Wussow: Schauspielerin, Autorin, Moderatorin
  • Bruder Nikolaus Fortell: Zauberkünstler

In dieser Konstellation wäre jeder Weg in die Medienbranche vorgezeichnet gewesen. Türen hätten sich geöffnet. Kontakte existierten. Doch Johanna Fortell wählte anders.

Die Eltern respektieren ihre Entscheidung

Barbara Wussow sprach in Interviews mehrfach über ihre Kinder. Über Nikolaus erzählte sie offen, wie stolz sie auf seinen Erfolg als Zauberer sei. Über Johanna schweigt sie weitgehend. Diese Zurückhaltung entspricht dem Wunsch der Tochter.

Albert Fortell beschreibt sich als ordnungsliebend und pragmatisch. Barbara Wussow bezeichnet sich als impulsiv und chaotisch. Beide betonen, dass sie bei Lebensformen und Kindererziehung übereinstimmen. Vielleicht gehört dazu auch der Respekt vor der Privatsphäre ihrer Tochter.

Die Ehe zwischen Wussow und Fortell gilt als stabil. Keine Skandale, keine Trennungsgerüchte. Das Paar arbeitete gemeinsam in Fernsehserien wie „Die Leute von St. Benedikt“, „Eurocops“ und „Schlosshotel Orth“. Sie tourten mit Theaterstücken durch Deutschland, Österreich und die Schweiz.

Was wir nicht wissen

Ob Johanna Fortell studiert, bleibt Spekulation. Welchen Beruf sie ausübt, wissen wir nicht. Ob sie künstlerisch tätig ist, lässt sich nicht sagen. Diese Informationslücke ist gewollt.

Andere Promikinder nutzen ihre Bekanntheit für Instagram-Karrieren, Influencer-Deals oder den Einstieg ins Showgeschäft. Johanna Fortell tut das Gegenteil. Sie zieht eine klare Grenze zwischen ihrer Herkunft und ihrer Gegenwart.

Ein seltenes Beispiel

In einer Zeit, in der Privatheit zur Mangelware wird, wirkt diese Haltung fast anachronistisch. Junge Menschen teilen ihr Leben in Stories und Posts. Promikinder monetarisieren ihren Nachnamen. Johanna Fortell macht nichts davon.

Vielleicht liegt darin eine Form von Freiheit. Nicht als Tochter wahrgenommen zu werden, sondern als eigenständige Person. Nicht verglichen zu werden mit Mutter, Vater, Großvater oder Bruder. Nicht definiert zu werden durch eine Familiengeschichte, die man sich nicht ausgesucht hat.

Barbara Wussow sagte einmal über ihre Rollen: „Ich spiele diese emotionalen Figuren sehr gerne. Ich fühle mich da gut aufgehoben.“ Ihre Tochter hat offenbar eine andere Rolle für sich gefunden. Eine ohne Kameras. Eine ohne Publikum. Eine, die niemand außer ihr selbst kennen muss.

Johanna Fortell bleibt ein Rätsel. Und genau das scheint ihre Absicht zu sein.

Kathrin Biermann
Kathrin Biermannhttps://derteilnehmer.de/
Kathrin Biermann ist leitende Redakteurin und Mitgründerin von DerTeilnehmer. Seit mehr als acht Jahren berichtet sie über Themen aus Gesellschaft, Kultur, Technologie und internationaler Politik. Ihre journalistische Laufbahn führte sie durch verschiedene Redaktionen, bevor sie gemeinsam mit Ursula Waechter DerTeilnehmer gründete — mit dem Ziel, Nachrichten zu liefern, die informieren statt verwirren. Kathrin ist bekannt für ihre gründliche Quellenarbeit und ihren klaren, schnörkellosen Schreibstil. Abseits der Redaktion verbringt sie ihre Zeit am liebsten mit Reisen und der Suche nach Geschichten, die noch niemand erzählt hat.

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