Der Schulweg dauert normalerweise zehn Minuten. Für den neunjährigen Fabian aus Güstrow endete er nie. Was am Morgen des 10. Oktober 2025 als gewöhnlicher Donnerstag begann, wurde zum Albtraum einer Familie und zum Wendepunkt für eine ganze Stadt.
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Vermisst seit dem Morgen
Fabian verlässt an diesem Oktobertag gegen 7:30 Uhr sein Elternhaus. Die Schule liegt nur wenige Straßen entfernt. Um 8 Uhr beginnt der Unterricht. Der Neunjährige erscheint nicht. Seine Mutter alarmiert gegen Mittag die Polizei.
Die Beamten leiten sofort eine Fahndung ein. Streifenwagen durchkämmen Güstrow. Innerhalb weniger Stunden wird aus der Vermisstenanzeige eines Kindes ein Großeinsatz. Die Polizei Rostock übernimmt die Koordination.
Vier Tage Hoffnung und Angst
Hubschrauber kreisen über der Stadt. Spürhunde durchsuchen Parks und Grünflächen. Taucher kontrollieren Gewässer. Hunderte Freiwillige beteiligen sich an der Suche. Anwohner hängen Plakate auf. In den sozialen Netzwerken verbreitet sich Fabians Foto.
Die Kriminalpolizei befragt Zeugen im gesamten Stadtgebiet. Wer hat den Jungen zuletzt gesehen? Gab es verdächtige Beobachtungen? Die Ermittler werten Hinweise aus, prüfen jede Spur.
Der Suchradius erweitert sich:
- Wälder rund um Güstrow
- Verlassene Gebäude im Umland
- Bahngleise und Bahnanlagen
- Gewässer in der Region
Vier Tage lang hält Mecklenburg-Vorpommern den Atem an.
Die Entdeckung bei Klein Upahl
- Oktober 2025, ein Montag. Einsatzkräfte finden in einem Waldstück bei Klein Upahl eine Kinderleiche. Der Ort liegt rund 15 Kilometer von Güstrow entfernt, abseits der Hauptstraßen. Die Identifizierung bestätigt die Befürchtung: Es ist Fabian.
Die Staatsanwaltschaft Rostock schaltet sich ein. Rechtsmediziner führen eine Obduktion durch. Das Ergebnis macht klar, dass der Neunjährige einem Gewaltverbrechen zum Opfer fiel. Eine Mordkommission übernimmt die Ermittlungen.
Festnahme nach drei Wochen
Die Spurensuche läuft auf Hochtouren. Ermittler sichern DNA-Material am Fundort. Sie befragen erneut alle Zeugen aus Güstrow. Ein Fahrzeug gerät ins Visier der Fahnder.
Am 6. November 2025 verhaftet die Polizei eine 33-jährige Frau aus Güstrow. Gina H. kennt die Familie offenbar. Die Staatsanwaltschaft erwirkt einen Haftbefehl wegen Mordverdachts. Die Verdächtige kommt in Untersuchungshaft.
Beweislage der Ermittler:
- Zeugenaussagen aus der Nachbarschaft
- Forensische Spuren am Fundort
- DNA-Analysen
- Beschlagnahmtes Kraftfahrzeug
Gina H. verweigert die Aussage. Ihr Motiv bleibt unklar.
Ermittlungen laufen weiter
Mitte Januar 2026 dauern die Untersuchungen noch an. Die Kriminalpolizei wertet DNA-Proben aus. Forensiker untersuchen das sichergestellte Fahrzeug auf mikroskopische Spuren. Die Rekonstruktion des Tathergangs nimmt Zeit in Anspruch.
Die Staatsanwaltschaft Rostock gibt keine Details bekannt. Zu viele offene Fragen könnten die Ermittlungen gefährden. Nach bisherigem Stand soll das Verfahren bis Februar 2026 abgeschlossen werden. Dann entscheidet die Anklagebehörde über die formelle Anklageerhebung.
Ein Prozess würde vor dem Landgericht stattfinden. Dort müssten die genauen Umstände von Fabians Tod geklärt werden.
Güstrow unter Schock
Die Stadt hat sich verändert. Eltern bringen ihre Kinder wieder zur Schule, abholen ist zur Regel geworden. An Fabians Grundschule hängen Erinnerungsfotos. Mitschüler haben Briefe geschrieben, Bilder gemalt.
Eine Trauerfeier im November brachte Hunderte Menschen zusammen. Der Oberbürgermeister richtete Worte an die Angehörigen. Psychologen betreuen die Klassenkameraden des Neunjährigen.
Die Polizei verstärkte die Präsenz an Schulwegen. Präventionsgespräche finden in Bildungseinrichtungen statt. Das Sicherheitsgefühl vieler Familien ist erschüttert.
Zeugenaufruf bleibt bestehen
Die Polizei Rostock sucht weiterhin nach Hinweisen. Wer am Morgen des 10. Oktober zwischen 7:30 und 9 Uhr im Bereich Güstrow verdächtige Personen oder Fahrzeuge beobachtet hat, soll sich melden. Auch scheinbar unwichtige Details können entscheidend sein.
Hinweise nimmt die Polizeiinspektion Rostock unter der Telefonnummer 038208/888-2224 entgegen.
Ein Fall, der bleibt
Drei Monate nach Fabians Verschwinden sitzt die Verdächtige in Untersuchungshaft. Die Ermittler arbeiten daran, jeden Zweifel auszuräumen. Die Familie trauert um ihren Sohn. Güstrow verarbeitet ein Verbrechen, das niemand für möglich gehalten hätte.
Der Fall güstrow junge vermisst steht für den Verlust von Unschuld und Sicherheit. Ein Kind verschwindet auf dem Schulweg in einer überschaubaren Stadt. Die Frage nach dem Warum wird bleiben, selbst wenn die Justiz alle Fakten geklärt hat.

