Montag, 6, April, 2026

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Ann-Kathrin Kramer Sohn ertrunken? Leonard Kramer lebt – Faktencheck

Eine Suchanfrage reicht, und schon erscheinen sie: Schlagzeilen, die behaupten, der Sohn von Ann-Kathrin Kramer sei ertrunken. Manche Seiten liefern dazu erfundene Beerdigungsdaten, angebliche Todesumstände, falsche Verwandtennamen. Alles ohne eine einzige belegbare Quelle. Leonard Kramer lebt.

Was die Fakten über Leonard Kramer sagen

Der Sohn von Ann-Kathrin Kramer und Jan Josef Liefers, geboren 1997, stand im Februar 2024 auf dem roten Teppich der Berlinale. Gemeinsam mit seiner Mutter und seinem Vater zeigte er sich öffentlich, ein seltenes Bild der Patchwork-Familie, fotografiert und berichtet von mehreren deutschen Medien, darunter Promiflash.

Leonard hat sein Schauspielstudium abgeschlossen und arbeitet an ersten eigenen Rollen. Er hält sich aus dem Rampenlicht heraus und gibt keine Interviews. Genau das schaffen Klickbetrug-Seiten als Einfallstor: wenig öffentliches Material, viel Raum für Erfundenes.

■ Faktencheck: Leonard Kramer

Geburtsjahr: 1997

Eltern: Ann-Kathrin Kramer und Jan Josef Liefers

Stiefvater: Harald Krassnitzer (seit 2009 mit Mutter verheiratet)

Beruf: Schauspieler, Studium abgeschlossen

Zuletzt öffentlich gesehen: Berlinale, Februar 2024

Todesmeldung bestätigt: Nein. Keine Polizeimitteilung, kein Familienstatement, kein seriöser Medienbericht.

Wie aus einem ZDF-Film eine Todesmeldung wurde

Der Ursprung der Falschmeldung lässt sich auf Ann-Kathrin Kramers eigene Filmarbeit zurückführen. Im ZDF-Drama „Die kalte Wahrheit“ spielte sie eine Mutter namens Frau Dombrowski, deren jugendlicher Sohn auf einer Landstraße von einem Auto erfasst wird und stirbt. Die Schauspielerin äußerte sich öffentlich dazu, dass die Rolle sie persönlich forderte, weil die Figur im Film ähnlich jung war wie ihr echter Sohn Leo zum Zeitpunkt der Produktion.

Klickbetrug-Seiten griffen genau diesen Kontext auf, rissen ihn aus dem Zusammenhang und schrieben ihn um. Der Tod einer Filmfigur wurde zur angeblichen Todesmeldung über einen echten Menschen. Aus „Unfall“ wurde „Ertrinken“. Aus Fiktion wurde scheinbare Realität.

Der Tod einer Filmfigur wurde zur angeblichen Todesmeldung über einen echten Menschen umgeschrieben.

Über Monate weiterverbreitet durch Suchanfragen und Social-Media-Shares, wurde aus einem fabrizierten Artikel ein scheinbar bekanntes Gerücht. Heute füllt es die ersten Seiten der Suchergebnisse zu Ann-Kathrin Kramers Namen.

Wie solche Seiten funktionieren und woran man sie erkennt

Unsere Redaktion hat mehrere der Seiten, die diese Geschichte verbreiten, direkt geprüft. Das Bild ist eindeutig: kein Impressum, keine zitierten Quellen, keine Presseagentur. Die Artikel widersprechen sich untereinander in Datum, Todesursache und erfundenen Familiendetails. Manche nennen „Ertrinken“, andere „Unfall“, wieder andere ein fiktives Datum der Beisetzung.

Das ist kein Versehen. Widersprüche stören das Ziel dieser Seiten nicht, denn ihr einziges Ziel ist der Klick. Jeder Leser, der auf den Artikel tippt, generiert Werbeeinnahmen für den Betreiber.

⚠ Erkennungsmerkmale dieser Fake-News-Artikel

Jede der untersuchten Seiten wies mehrere der folgenden Merkmale auf:

  • Kein Impressum oder Betreiber mit Sitz im Ausland
  • Keine verlinkten Quellen, keine Presseagentur genannt
  • Datum und Todesumstände unterscheiden sich von Seite zu Seite
  • Erfundene Familiennamen und trauernde Personen, die es nicht gibt
  • Maschinell wirkende Texte, teils mit grammatikalischen Fehlern
  • Seite von Werbung dominiert, teils mehrere Pop-ups beim Laden

Wie die Falschmeldung sich ausbreitete

  • ZDF-Drama „Die kalte Wahrheit“ Ann-Kathrin Kramer spielt eine trauernde Mutter, deren Sohn im Film stirbt. Sie äußert sich öffentlich dazu, dass die Rolle sie persönlich bewegt habe.
  • Kurz nach Ausstrahlung: Erster Fake-Artikel Mindestens eine KI-generierte Seite vermischt den Filminhalt mit dem Privatleben der Schauspielerin. Aus dem Tod einer Filmfigur wird eine angebliche Todesmeldung über Leonard Kramer, mit „Ertrinken“ statt dem Unfall aus dem Film.
  • Februar 2024: Berlinale Leonard Kramer erscheint lebend und wohlauf mit beiden Elternteilen auf dem roten Teppich der Berlinale. Promiflash und weitere Medien berichten und fotografieren. Die Falschmeldung kursiert trotzdem weiter.
  • 2025 bis heute Das Gerücht hält sich in Suchergebnissen, weil Klickbetrug-Seiten weiterhin von den Suchanfragen profitieren, die ihre eigenen Schlagzeilen erst ausgelöst haben.

Woran Sie echte Todesmeldungen erkennen

Eine Regel schützt zuverlässig vor solchen Falschmeldungen: Betrifft eine Todesmeldung eine öffentlich bekannte Person, taucht sie zwingend in etablierten Nachrichtenquellen auf. In der dpa, bei t-online, bei Promiflash, in ARD oder ZDF. Wenn dort nichts steht, gibt es keinen Grund, einer unbekannten Webseite zu glauben, die davon profitiert, dass Sie klicken.

Bei Leonard Kramer steht in keiner dieser Quellen etwas. Weil es nichts zu berichten gibt.

■ Unser Urteil

Die Behauptung, Ann-Kathrin Kramers Sohn sei ertrunken, ist eine Falschmeldung ohne jeden realen Ursprung. Leonard Kramer lebt, schloss sein Schauspielstudium ab und war zuletzt im Februar 2024 gemeinsam mit seiner Mutter und seinem Vater Jan Josef Liefers öffentlich bei der Berlinale zu sehen. Wer diese Meldung teilt, finanziert exakt die Seiten, die sie erfunden haben.

Kathrin Biermann
Kathrin Biermannhttps://derteilnehmer.de/
Kathrin Biermann ist leitende Redakteurin und Mitgründerin von DerTeilnehmer. Seit mehr als acht Jahren berichtet sie über Themen aus Gesellschaft, Kultur, Technologie und internationaler Politik. Ihre journalistische Laufbahn führte sie durch verschiedene Redaktionen, bevor sie gemeinsam mit Ursula Waechter DerTeilnehmer gründete — mit dem Ziel, Nachrichten zu liefern, die informieren statt verwirren. Kathrin ist bekannt für ihre gründliche Quellenarbeit und ihren klaren, schnörkellosen Schreibstil. Abseits der Redaktion verbringt sie ihre Zeit am liebsten mit Reisen und der Suche nach Geschichten, die noch niemand erzählt hat.

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