Sonntag, 15, Februar, 2026

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Einmalig Luxusjet-Deal 2026: Empty Legs ab 990€ buchen

Ein Flug nach Nizza im Privatjet für weniger als ein Business-Class-Ticket? Klingt absurd, ist aber Realität. Während eine Handvoll Milliardäre weiterhin ihre Gulfstreams chartert, hat sich parallel ein Markt entwickelt, der Privatflüge auch für Normalverdiener zugänglich macht. Die Branche steht vor einem Umbruch, bei dem Technologie und ungenutzte Kapazitäten die Spielregeln neu definieren.

Leerflüge werden zur Goldgrube

Jeder Privatjet muss irgendwann zurück zu seinem Heimatflughafen oder zur nächsten Buchung. Diese Positionierungsflüge kosten den Betreiber Geld, bringen aber nichts ein. Genau hier setzen Empty-Leg-Angebote an.

GlobeAir verkauft solche Leerflüge ab 990 Euro. Das entspricht einem Rabatt von 50 bis 90 Prozent gegenüber normalen Charterpreisen. LunaJets und PrivateFly bündeln diese Angebote auf ihren Plattformen und verschicken Benachrichtigungen an registrierte Nutzer.

Der Preis hat allerdings seinen Grund: Die Flüge werden meist erst 24 bis 72 Stunden vorher veröffentlicht. Route und Zeitpunkt stehen fest, Änderungen sind kaum möglich. Wer spontan ist und flexible Reisepläne hat, kann zugreifen. Alle anderen schauen in die Röhre.

Was normale Charterpreise kosten

Abseits der Schnäppchen liegt der Markt auf einem stabilen Niveau. Die durchschnittlichen Charterpreise im vierten Quartal 2025:

  • Leichtjets: 8.320 Dollar pro Flugstunde
  • Midsize-Jets: 10.095 Dollar pro Flugstunde
  • Super-Midsize-Jets: 12.317 Dollar pro Flugstunde

Nach dem Preisanstieg während der Pandemie hat sich der Markt normalisiert. Die Raten liegen aber weiterhin deutlich über 2019. Damals kostete eine Flugstunde im Leichtjet durchschnittlich 6.500 Dollar.

Für Vielnutzer gibt es Jet-Card-Programme. NetJets bietet mit der Card275 ein Paket für 215.000 Dollar an, das 25 Flugstunden abdeckt. Das ergibt einen Stundenpreis von 8.600 Dollar, also etwas über dem aktuellen Durchschnitt für Leichtjets. Der Vorteil liegt in der garantierten Verfügbarkeit und festen Preisbindung.

Einzelsitze auf Privatjets

Die jüngste Entwicklung kommt aus den USA: Semi-private Flugdienste verkaufen einzelne Sitze auf kleineren Jets. JSX fliegt Strecken wie Los Angeles nach Las Vegas für 269 Dollar pro Person. BLADE startet bei 1.775 Dollar für kürzere Routen an der Ostküste.

Surf Air geht noch einen Schritt weiter und bietet eine Flatrate für 2.499 Dollar im Monat an. Mitglieder können unbegrenzt auf verfügbaren Routen mitfliegen. Boutique Air bedient ländliche Regionen in den USA und verlangt teilweise nur 39 Dollar pro Flug.

Diese Anbieter nutzen kleinere Flughäfen, die von Linienmaschinen nicht angeflogen werden. Wartezeiten fallen weg, Security-Checks dauern Minuten statt Stunden. Dafür sind die Routen begrenzt und Abflugzeiten fest.

Wer kauft diese Flüge

Mehr als 625.000 vermögende Privatkunden weltweit kontrollieren zusammen über 30 Billionen Dollar Vermögen. Sie bilden die traditionelle Kundschaft der Branche. Doch die Demografie ändert sich.

Jüngere Käufer zwischen 18 und 35 Jahren buchen zunehmend über Apps und Sharing-Plattformen. Sie chartern keinen ganzen Jet für die Familie, sondern kaufen einzelne Sitze oder nutzen Last-Minute-Angebote.

Die Nachfrage liegt Anfang 2026 rund 10 Prozent über dem Niveau von 2019. Die extremen Spitzentage aus der Pandemiezeit, als kommerzielle Flüge ausfielen und Wohlhabende auf Privatjets auswichen, haben sich aber nicht verstetigt.

Der globale Markt wurde 2025 auf 16,38 Milliarden Dollar geschätzt. Analysten erwarten bis 2031 ein Wachstum auf 25,79 Milliarden Dollar. Das entspricht einer jährlichen Steigerung von 7,86 Prozent.

Wo die Fallen lauern

Wer zum ersten Mal einen einmalig luxusjet-deal bucht, sollte genau rechnen. Die beworbenen Preise decken oft nur die Flugzeit ab. Landegebühren, Steuern und Catering kommen extra. Bei einem 990-Euro-Flug können schnell noch 300 bis 500 Euro dazukommen.

Stornierungen sind bei rabattierten Empty-Leg-Flügen problematisch. Viele Anbieter verlangen hohe Gebühren oder erstatten gar nichts. Wer flexibel bleiben will, muss das einkalkulieren oder eine Reiseversicherung abschließen.

Bei der Wahl der Plattform lohnt sich ein Blick ins Impressum. GlobeAir, LunaJets und NetJets betreiben eigene Flotten oder arbeiten mit zertifizierten Partnern. Zwielichtige Vermittler ohne klare Unternehmensangaben gibt es auch in dieser Branche.

Ein Leichtjet bietet Platz für vier bis sechs Passagiere und eignet sich für Kurzstrecken bis 2.000 Kilometer. Für längere Distanzen oder größere Gruppen braucht es Midsize- oder Super-Midsize-Jets. Die kosten dann auch entsprechend mehr.

Die Branche macht Privatflüge für eine breitere Käuferschicht zugänglich. Ob dieser Trend anhält, hängt von der wirtschaftlichen Entwicklung und weiteren Innovationen ab. Eins ist aber jetzt schon klar: Wer schnell entscheidet und genau vergleicht, findet Angebote, die vor wenigen Jahren undenkbar gewesen wären.

Kathrin Biermann
Kathrin Biermannhttps://derteilnehmer.de/
Kathrin Biermann ist leitende Redakteurin und Mitgründerin von DerTeilnehmer. Seit mehr als acht Jahren berichtet sie über Themen aus Gesellschaft, Kultur, Technologie und internationaler Politik. Ihre journalistische Laufbahn führte sie durch verschiedene Redaktionen, bevor sie gemeinsam mit Ursula Waechter DerTeilnehmer gründete — mit dem Ziel, Nachrichten zu liefern, die informieren statt verwirren. Kathrin ist bekannt für ihre gründliche Quellenarbeit und ihren klaren, schnörkellosen Schreibstil. Abseits der Redaktion verbringt sie ihre Zeit am liebsten mit Reisen und der Suche nach Geschichten, die noch niemand erzählt hat.

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