Ein Magazin-Cover. Eine Schlagzeile über Krebs. Und mittendrin: Motsi Mabuse. Was im Januar 2022 aussah wie eine Hiobsbotschaft über die „Let’s Dance“-Jurorin, war in Wahrheit ein Lehrstück darüber, wie Boulevard-Medien Tatsachen verdrehen.
Die Suche nach Motsi Mabuse Brustkrebs führt zu einer Geschichte, die weniger über Krankheit erzählt als über manipulative Berichterstattung. Denn Motsi Mabuse ist gesund. Sie war nie an Brustkrebs erkrankt. Trotzdem kursierte ihr Name wochenlang in diesem Zusammenhang durch deutsche Medien.
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Januar 2022: Ein Cover sorgt für Empörung
Am 17. Januar 2022 griff Motsi Mabuse zum Smartphone. Was sie fotografierte und auf Twitter postete, machte sie wütend: Die Titelseite von „Woche heute“ zeigte ihr Gesicht, daneben die Schlagzeile „Krebs-Schock für den ‚Let’s Dance‘-Star – Ihr Kampf gegen die grausame Diagnose“.
„Es gibt keine Grenzen mehr! Ich verstehe, alles gehört dazu, aber das geht zu weit! Ehrlich!“
Ihr Kommentar dazu brachte auf den Punkt, was Tausende Leser beim Anblick des Covers dachten: Motsi Mabuse hat Krebs. Genau das sollten sie auch denken. Genau das war die Absicht.
Nur stimmte es nicht.
Die Wahrheit: Eine VOX-Show und ein Missverständnis
Was „Woche heute“ verschleierte: Motsi Mabuse arbeitete 2021 als Choreografin für „Showtime of my Life – Stars gegen Krebs“. In dieser VOX-Sendung, moderiert von Guido Maria Kretschmer, bereiteten Prominente Bühnenauftritte vor, um für Krebsvorsorge zu werben.
Mabuse trainierte die weiblichen Teilnehmer, Joachim Llambi die männlichen. Das Format verfolgte ein Ziel: Menschen zu Vorsorgeuntersuchungen motivieren. Die Show lief im Februar 2021 zum ersten Mal, eine zweite Staffel folgte im Februar 2022.
Fakten zur Show:
Sendung: „Showtime of my Life – Stars gegen Krebs“
Sender: VOX
Staffel 1: Februar 2021
Staffel 2: Februar 2022
Motsi Mabuses Rolle: Coach für weibliche Kandidaten
Mabuse coachte Stars, die sich für das Thema stark machten. Sie selbst war nie Patientin. Doch das Magazin konstruierte durch Foto-Auswahl und Formulierung gezielt einen falschen Eindruck.
Tanja Bülter: Die wirklich Betroffene
Während Motsi Mabuse gesund blieb, kämpfte eine andere Teilnehmerin der Show tatsächlich gegen Brustkrebs. TV-Moderatorin Tanja Bülter erhielt im Oktober 2020 die Diagnose: triple-negativer Brustkrebs.
Diese aggressive Krebsform verlangte nach harter Therapie. Bülter unterzog sich Chemotherapie, Bestrahlung und Operationen. Anfang 2022 stand sie für die zweite „Showtime of my Life“-Staffel auf der Bühne.
Ihre Geschichte hätte eine Schlagzeile verdient. Stattdessen landete Motsi Mabuses Name in den Headlines, weil sie als Coach dabei war. Die Logik der Boulevardpresse: Ein bekanntes Gesicht verkauft sich besser als eine authentische, aber weniger prominente Krankengeschichte.
Warum solche Schlagzeilen Schaden anrichten
Die „Woche heute“-Titelseite zeigt ein Problem, das über Motsi Mabuse hinausgeht. Wenn Medien bewusst Mehrdeutigkeit einsetzen, manipulieren sie ihre Leser.
Die Folgen:
- Falschinformation: Menschen glauben, Motsi Mabuse sei krank
- Vertrauensverlust: Leser zweifeln an seriöser Gesundheitsberichterstattung
- Ablenkung: Die eigentliche Botschaft über Krebsvorsorge geht unter
- Respektlosigkeit: Echte Betroffene wie Tanja Bülter werden zur Nebensache
Mabuses Twitter-Post vom 17. Januar 2022 dokumentiert den Moment, in dem Prominente sich gegen diese Praxis wehren. Ihr Ton war deutlich, aber die Methode bleibt im Boulevard-Geschäft gang und gäbe.
Was bleibt: Engagement statt Erkrankung
Motsi Mabuse hat kein Brustkrebs. Sie hatte nie Brustkrebs. Ihre Verbindung zum Thema beschränkt sich auf ihr Engagement bei einer Präventions-Show auf VOX.
Chronologie der Ereignisse:
Oktober 2020: Tanja Bülter erhält Brustkrebs-Diagnose
Februar 2021: Erste Staffel „Showtime of my Life“ auf VOX
2021: Motsi Mabuse arbeitet als Coach für die Show
Januar 2022: „Woche heute“ veröffentlicht irreführendes Cover
17. Januar 2022: Motsi Mabuse kritisiert die Berichterstattung auf Twitter
Februar 2022: Zweite Staffel mit Tanja Bülter als Teilnehmerin
Die Tänzerin nutzte ihre Bekanntheit, um auf ein wichtiges Thema aufmerksam zu machen. Dafür verdient sie Anerkennung, keine erfundenen Krebsdiagnosen.
Wer heute nach Motsi Mabuse Brustkrebs sucht, sollte wissen: Hinter dieser Suchanfrage steht kein kranker Star, sondern ein gesunder Mensch, der sich gegen Boulevard-Lügen gewehrt hat. Und eine Erinnerung daran, dass nicht jede Schlagzeile die Wahrheit erzählt, auch wenn sie es so aussehen lässt.
Wichtig: Krebsvorsorge rettet Leben. Unabhängig davon, welcher Promi sich dafür einsetzt oder welche Schlagzeilen darüber geschrieben werden: Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen bleiben die beste Methode zur Früherkennung. Das war die Kernbotschaft von „Showtime of my Life“, und die gilt heute noch genauso wie 2021.

