Wer nach Anna Planken Krebserkrankung sucht, landet in einem Sumpf aus Lügen. Dutzende Websites behaupten, die ARD-Moderatorin sei an Krebs erkrankt. Keine dieser Behauptungen stimmt. Die Geschichte dahinter zeigt, wie KI-generierte Falschmeldungen deutsche Suchmaschinen überfluten.
Anna Planken steht jeden Morgen vor der Kamera. Sie moderiert das ARD-Morgenmagazin, präsentiert die Tagesschau und leitet durch Verbrauchersendungen wie Plusminus. Die 45-Jährige war nie an Krebs erkrankt. Trotzdem behaupten Websites mit Namen wie WhatsMind, Invest Orbit oder The Berlin Mag genau das Gegenteil.
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Frühjahr 2020: Corona, nicht Krebs
Was tatsächlich passierte, lässt sich nachvollziehen. Im Frühjahr 2020 erkrankte Anna Planken während eines Skiurlaubs in den Bergen an COVID-19. Ihre gesamte Familie infizierte sich mit dem Virus. Nur die älteste Tochter blieb verschont.
Planken teilte ihre Erfahrungen auf Instagram. Sie postete über Fieber, Bettruhe und die Genesung ihrer Familie. Unter dem Hashtag #coronaBesieger dokumentierte sie den Verlauf. Ihr Mann, der Sportjournalist Jens Gideon, lag ebenfalls mit hohem Fieber im Bett.
Diese Corona-Infektion ist der einzige medizinische Vorfall, über den Planken öffentlich sprach. Alles andere ist erfunden.
Wie aus Corona eine Krebslüge wurde
Die ersten Falschmeldungen tauchten Monate nach ihrer Corona-Erkrankung auf. Websites kopierten ihre Instagram-Posts über die Krankheit und ersetzten „Corona“ durch „Krebs“. Manche Seiten behaupteten eine Diagnose 2020, andere nannten 2021 oder 2022. Einige schrieben von Brustkrebs, andere blieben vage.
Gemeinsam war allen Texten: Sie zitierten keine Quelle. Kein Interview, keine Pressemitteilung, kein offizielles Statement. Die Artikel widersprachen sich gegenseitig in grundlegenden Details. Trotzdem rankten sie in Suchmaschinen weit oben.
Muster der Manipulation
Keine Quellenangaben: Kein einziger Artikel verweist auf überprüfbare Informationen
Widersprüchliche Zeitangaben: Die Diagnose wird mal auf 2020, mal auf 2021, mal auf 2022 datiert
Identische Textbausteine: Viele Seiten verwenden die gleichen Formulierungen, nur anders sortiert
Wikipedia schweigt, Tagesschau schweigt
Der Wikipedia-Eintrag zu Anna Planken erwähnt keine Krebserkrankung. Die Tagesschau hat nie darüber berichtet. Der WDR, ihr langjähriger Arbeitgeber, schweigt dazu. ARD.de listet sie weiterhin als aktive Moderatorin.
Wenn eine bekannte Fernsehmoderatorin an Krebs erkranken würde, hätten deutsche Medien darüber berichtet. Planken ist seit 2010 im deutschen Fernsehen präsent. Sie gewann 2012 den Deutschen Fernsehpreis. Ihre Krankheit wäre eine Nachricht gewesen.
Stattdessen: Nichts. Weil nichts passiert ist.
Warum diese Lügen existieren
KI-Programme scannen Suchmaschinen nach häufig gesuchten Begriffskombinationen. „Anna Planken Krebserkrankung“ wird oft genug gesucht, um Klicks zu generieren. Also erstellen automatisierte Systeme Artikel zu diesem Thema. Ob der Inhalt stimmt, prüft niemand.
Die Websites verdienen an Werbung. Je mehr Klicks, desto höher der Umsatz. Wahrheit spielt keine Rolle. Manche dieser Seiten existieren nur wenige Monate, dann verschwinden sie und tauchen unter neuem Namen wieder auf.
So erkennen Sie Fake-Gesundheitsmeldungen
- Fehlendes Impressum: Seriöse deutsche Websites müssen ein vollständiges Impressum haben
- Keine Autorenangabe: Journalisten stehen mit ihrem Namen für ihre Arbeit ein
- Keine Primärquelle: Echte Meldungen zitieren Interviews, Statements oder offizielle Mitteilungen
- Isolation: Nur eine oder zwei unbekannte Websites berichten darüber
Anna Plankens tatsächlicher Werdegang
Geboren wurde Planken am 12. Mai 1980 in Dortmund. Nach ihrem Volontariat beim WDR moderierte sie ab 2010 das ARD-Morgenmagazin. 2012 kam der Deutsche Fernsehpreis. Seit Juni 2012 ist sie mit Jens Gideon verheiratet. Das Paar hat drei Kinder: zwei Töchter, geboren 2010 und 2016, und einen Sohn, geboren 2012.
Die Familie lebt in Hamburg-Barmbek. Planken moderiert neben dem Morgenmagazin auch WDR Markt und Plusminus. Seit 2024 gehört sie zum Tagesschau-Team. Ihre Karriere läuft weiter, ohne Unterbrechung.
Was deutsche Debunking-Seiten schreiben
Einige deutsche Websites haben die Falschmeldungen bereits analysiert. Deutsche Blog, Aktuellinfo und RL Insider veröffentlichten Richtigstellungen. Sie kamen alle zum gleichen Schluss: Die Krebsgeschichten sind frei erfunden.
Diese Richtigstellungen ranken allerdings schlechter als die Lügen. Suchmaschinen bewerten Aktualität und Menge höher als Wahrheit. Dutzende Fake-Artikel übertrumpfen wenige faktentreue Berichte.
Plankens Schweigen
Die Moderatorin selbst hat sich nicht öffentlich zu den Gerüchten geäußert. Warum auch? Jede Reaktion würde den Lügen mehr Aufmerksamkeit verschaffen. Ihre Präsenz im Fernsehen widerlegt die Behauptungen deutlicher als jedes Statement.
Trotzdem bleiben die falschen Artikel online. Sie werden weiter geklickt, weiter geteilt, weiter geglaubt. Neue Varianten tauchen auf, sobald alte verschwinden.
Das eigentliche Problem
Die Lügen über Anna Planken Krebserkrankung sind kein Einzelfall. Ähnliche Falschmeldungen existieren über Dutzende deutsche Prominente. KI-generierte Gesundheitsmeldungen überfluten Suchmaschinen. Echte Informationen verschwinden zwischen automatisch erstelltem Müll.
Wer krank wird und nach Erfahrungsberichten sucht, landet bei erfundenen Geschichten. Wer sich über Prominente informieren will, findet Lügen. Das Vertrauen in Online-Informationen bröckelt. Und die Plattformen, die diese Inhalte verbreiten, verdienen weiter daran.

