Wer im Netz nach Luca Kohlund sucht, findet eine beeindruckende Schauspielkarriere. Auftritte in „Tatort“ und „Derrick“, Rollen in Kinofilmen, sogar Auszeichnungen wie den Grimme-Preis. Das Problem: Nichts davon stimmt. Die Biografie gehört seinem Vater Christian Kohlund, einem der bekanntesten Schweizer Schauspieler. Der Sohn selbst hat nie vor der Kamera gestanden.
Drei Generationen Schauspiel
Luca Kohlund wurde 1993 geboren. Sein Vater Christian Kohlund prägte das deutschsprachige Fernsehen über fünf Jahrzehnte, von frühen Rollen in den 1970er Jahren bis zu seinen Auftritten als Bergdoktor in den 1990ern. Seine Mutter Elke Best arbeitete als Sängerin, bevor sie die Bühne verließ.
Die Schauspielerei zieht sich durch die ganze Familie. Großvater Erwin Kohlund und Großmutter Margrit Winter standen beide vor der Kamera. Francesca, Lucas ältere Schwester, kam 1984 zur Welt.
2008 und 2009 tauchte Luca bei einigen Veranstaltungen auf, fotografiert neben seinem Vater. Die Bilder liegen bei Getty Images. Er war damals 15, 16 Jahre alt. Danach verschwand er aus der Öffentlichkeit.
Wie Algorithmen Biografien verwechseln
Heute listen Dutzende Webseiten angebliche Rollen und Auszeichnungen für Luca Kohlund auf. „Anna Maria“ von 1979, „L’homme de Suez“ von 1983, „Die Flucht“ aus den 2000ern. Alles Produktionen seines Vaters Christian. Die Algorithmen, die diese Texte generieren, haben Vater und Sohn verwechselt.
Fälschlich zugeschrieben:
- TV-Serien wie „Tatort“, „Der Kommissar“, „Derrick“
- Kinofilme aus vier Jahrzehnten
- Theaterrollen an deutschen Bühnen
- Preise wie Bambi und Grimme-Preis
Keine einzige dieser Informationen lässt sich verifizieren. Weder IMDb noch andere Branchendatenbanken führen Luca Kohlund mit eigenen Projekten. Die einzigen glaubwürdigen Quellen sind Familienfotos und Geburtsdaten.
Was wirklich bekannt ist
Die Faktenlage zu Luca Kohlund beschränkt sich auf wenige Eckpunkte. Geboren 1993, aufgewachsen in einer Schauspielerfamilie, ein paar öffentliche Auftritte als Teenager. Mehr gibt es nicht.
Ob er studiert hat, wo er lebt, welchen Beruf er ausübt, bleibt unbekannt. Vielleicht arbeitet er in einem ganz anderen Bereich. Vielleicht hat er bewusst den Abstand zur Medienbranche gesucht, die seine Familie über Generationen geprägt hat.
Diese Leerstelle steht im Kontrast zu vielen anderen Prominentenkindern, die früh ins Rampenlicht drängen oder gedrängt werden. Luca Kohlund gehört zu denen, die sich dagegen entschieden haben.
Das Netz füllt jede Lücke
Wo keine Informationen existieren, entstehen erfundene. Die automatisch generierten Texte über Luca Kohlund zeigen, wie das Internet mit Unbekanntem umgeht. Statt zuzugeben, dass es keine Daten gibt, werden Verwandte durcheinandergeworfen, Biografien gemischt, Karrieren aus dem Nichts erschaffen.
Für jeden, der nach Luca Kohlund recherchiert, heißt das: Misstrauen gegenüber detaillierten Lebensläufen. Die Wahrscheinlichkeit, dass sie erfunden sind, liegt nahe 100 Prozent.
Warum Privatheit heute schwer zu haben ist
Der Fall Luca Kohlund wirft eine Frage auf, die über ihn hinausgeht. Kann jemand, dessen Vater bekannt ist, privat bleiben? Die Antwort scheint zu lauten: Ja, aber das Netz wird trotzdem eine Geschichte erzählen.
Christian Kohlund arbeitet weiter. Mit über 70 Jahren steht er nach wie vor für Film und Fernsehen vor der Kamera. Sein Sohn bleibt unsichtbar. Diese Entscheidung verdient Respekt, auch wenn sie von Algorithmen ignoriert wird, die lieber Fantasiebiografien produzieren als Informationslücken zuzugeben.
Luca Kohlund hat keine Filmkarriere. Er hat nur einen berühmten Vater und das Recht, in Ruhe gelassen zu werden.

