Der Geschäftsführer des Modulbauunternehmens Algeco, Dietmar Müller, ist im Mai 2025 unerwartet gestorben. Er führte das Kehler Unternehmen seit Januar 2020 und prägte die Nachhaltigkeitsstrategie des Konzerns.
Algeco Deutschland bestätigte den Tod am 2. Juni 2025. Müller war 61 Jahre alt. Nähere Umstände nannte das Unternehmen nicht.
Müller verantwortete das Geschäft in Deutschland, Österreich und Slowenien und saß im Vorstand der Muttergesellschaft Modulaire Group. Vor Algeco war Müller mehrere Jahre in der Arbeitsbühnenbranche tätig. Das Fachportal Vertikal.net bezeichnete ihn als feste Größe der Branche.
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Vom Maschinenbau zur Modulbaubranche
Müller stammte aus NRW und hatte Maschinenbau studiert. 1998 begann er bei Munters, einem Spezialisten für industrielle Luftbehandlung. Dort arbeitete er 17 Jahre lang, zuletzt als Group Vice President.
2015 wechselte er zu Gardemann Arbeitsbühnen als Geschäftsführer. 2018 übernahm er dieselbe Position bei Riwal Deutschland. Anfang 2020 kam er zu Algeco.
Fünf Jahre an der Spitze von Algeco
Unter Müller hatte Algeco 14 Standorte bundesweit mit rund 550 Mitarbeitenden. Der Jahresumsatz in der DACH Region lag bei etwa 180 Millionen Euro. Das Unternehmen verfügte nach eigenen Angaben über die größte Mietflotte für modulare Raumlösungen in Deutschland.
In einem Interview mit dem Wirtschaftsforum sagte Müller, sein Ziel sei es, Kunden mit smarten Gebäudelösungen zu überzeugen und das Unternehmen für die Zukunft aufzustellen. Das Prinzip des modularen Bauens verglich er dort mit Lego.
Müller setzte auf Nachhaltigkeit. In Interviews mit der Allgemeinen Bauzeitung und dem Architekturmagazin Cube nannte er konkrete Zahlen. Stahlmodulbau verursache 73 Prozent weniger CO2 Emissionen als konventionelles Bauen. 96 Prozent der Materialien seien recycelbar. Ein Modul halte durchschnittlich 30 Jahre und werde in dieser Zeit bis zu 25 Mal vermietet.
Die Modulaire Group hat sich bis 2050 zur Klimaneutralität verpflichtet. Müller übernahm die Umsetzung in Deutschland. Das Unternehmen schrieb Green Steel aus, stellte auf Elektrofahrzeuge um und installierte Photovoltaik auf Betriebsgeländen.
Reaktionen auf den Tod
Das Algeco Management würdigte Müller in einer Mitteilung als Führungskraft mit kollegialem Stil. Er habe das Unternehmen mit Weitsicht geführt. Sein Einsatz werde fehlen, sein Einfluss aber bleiben.
In Kehl, dem Firmensitz von Algeco, berichtete der Stadtanzeiger Ortenau über den Tod.
Neue Führung seit Juli 2025
Rund zwei Monate nach Müllers Tod gab Algeco die Nachfolge bekannt. Seit Ende Juli 2025 leiten Gerrit Sellmer und Stefan Weiss gemeinsam das Geschäft für Deutschland, Österreich, die Schweiz, Slowenien und Kroatien.
Sellmer kam im August 2020 als Director Sales and Marketing zu Algeco. Der Diplomkaufmann sammelte zuvor Erfahrung in der Vermietungsbranche. Er ist jetzt Sprecher der Geschäftsführung.
Weiss ist seit Ende 2016 Finanzchef bei Algeco. James Odom, Managing Director der DACHS Region, bleibt beratend tätig.
Laut Pressemitteilung dankte Modulaire CEO Pavan Pattada dem neuen Team für die Übernahme in dieser herausfordernden Zeit.
Aktualisiert: Januar 2026
